Das Problem „Gefahren der Atomenergie“ ist mit dem Ausstieg aus der Atomenergie gelöst

Gefahren der AtomenergieDiese These mag Menschen beruhigen, die die weiterhin gegebenen menschheitsgefährdenden Gefahren nicht sehen oder nicht sehen wollen. Der Griff nach der nur scheinbar billigeren und nur scheinbar umweltschonenden Technologie der Kernspaltung wird für profitgierige Unternehmen weiterhin verlockend sein, der Abschied davon wird, wenn die Bürger nicht aufpassen, wieder einmal ein vorübergehender sein. Den Ausstieg vom Ausstieg hatten wir. Und die Aussteiger davon sollten nicht kundtun, dass Fukushima Erkenntnisse erbracht hätte, die Tschernobyl nicht bereits erschreckend belegte.

Gewissenhaft handelnde Politiker hätten auch ohne diese Katstrophen zu dem Ergebnis kommen müssen, dass wir es mit dem Spiel mit einem nicht beherrschbaren Feuer zu tun haben. Die Rolle des Meisters ist bisher keinem Zauberlehrling gelungen.

Unabhängig davon bleibt das Problem des Atommülls und die damit verbundene Mär vom Endlager. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) vertritt dazu eine Auffassung, die sich in dem einfachen Satz „Es gibt kein Endlager für Atommüll“ zusammenfassen lässt.

Soweit so gut. Wenn da nicht die Suche nach Verbündeten wäre, da die gegebene Bedeutung der ÖDP in der politischen Landschaft noch nicht ausreicht, diesen Gedanken umzusetzen.

Bei den Volksparteien, denen das Volk in Scharen wegläuft, zu suchen, scheint sinnlos. Die Bekenntnisse zu einer atomenergiefreien Zukunft kommen zu spät und scheinen nicht glaubhaft.

Bleibt als nennenswert die Partei,  die einst für Gewaltfreiheit und Umweltschutz angetreten ist … der Erfolg der Suche dort ist niederschmetternd. Einige wenige Stimmen, die sich auch in den Programmen dieser Partei niederschlagen:

Stuttgart – Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) will die Suche nach einem Endlager für Atommüll ohne Streit unter den Bundesländern voranbringen. [i]

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat die Länder davor gewarnt, sich bei der neuen Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager wegzuducken. “Es muss der Standort sein, der der beste ist, egal wo er liegt”, … [ii]

Der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Jürgen Trittin, will sich im Falle eines Regierungswechsels für einen Neustart bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland einsetzen. [iii]

Passt zur Aussage, dass diese Partei in der Mitte angekommen ist. Passt nicht zur  ÖDP, die sich auch schon vor der Asse-Katastrophe dessen bewusst war, dass es nach heutigem Stand der Wissenschaft nur Zwischenlager geben kann, in denen das giftige Material zugänglich gelagert wird. Wenn es dann irgendwann eine Möglichkeit der Entgiftung geben sollte, dann bedarf es keiner risikoreichen Bergung, die dann vermutlich gar nicht mehr möglich sein dürfte.

Abschließend und zum Nachdenken ein Rechenbeispiel, aufgestellt von Prof. Dr. Klaus Buchner, Atomphysiker und Chef der Bundesprogrammkommission der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP):

„Der Anteil an Pu242 beträgt bei heutiger Betriebsweise der Atomkraftwerke etwas weniger als ein Promille des abgebrannten Brennstoffs, seine Halbwertszeit 370.000 Jahre. 30 Mikrogramm (!) an Feinstaub dieses Stoffs in der Lunge sind tödlich. Nehmen wir an, wir wollen nur die abgebrannten Brennstäbe aus 17 “großen” AKW mit je 100 t Uran aus 30 Jahren endlagern. Der Kern von 100 t werde im Schnitt alle 4 Jahre ausgetauscht. (Tatsächlich strebt man heute 4-5 Jahre an. Aber wir lagern ja auch das Material von früher.) Dann müssen wir rund 12 t an Pu242 endlagern. In 1 Million Jahren haben wir nicht ganz 3 Halbwertszeiten, also bleibt danach noch mehr als ein Achtel des Materials. 12 t geteilt durch 8 sind 1,5 t. Mit ihnen kann man theoretisch, wenn sie als Feinstaub vorliegen, gleichzeitig 50 Milliarden Menschen töten. Nach einem solchen Tötungsvorgang wird das Plutonium wieder frei, sobald die Leichen zerfallen sind. … Die jetzige “Rasse” Mensch, der Homo Sapiens, existiert seit weniger als 1 Million Jahren. Wie will man also den Atommüll auch nur die völlig unzureichenden Million Jahre sicher verwahren? Es gibt nirgends in der Welt einen Ort, der dies mit seinen geologischen Voraussetzungen sicherstellen könnte. Der Salzstock von Gorleben ist spätestens in 40 000 Jahren ausgewaschen.

So war das Thema des letzten internationalen Endlager-Hearings in Berlin im Gegensatz zu früher auch nicht die Geologie, sondern die Psychologie: Es kamen viele Psychologen, die darüber diskutierten, wie man die Bevölkerung dazu bringen kann, ein Endlager zu akzeptieren.“

Mein Kommentar dazu: Betrug auf der gehobenen Ebene.

Michael Falke


[i] http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,790629,00.html

[ii] http://www.stern.de/politik/deutschland/atommuell-endlager-kretschmann-w...

[iii] http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Trittin-fuer-Endl...

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