Immer mehr Menschen entdecken einen anderen, neuen Lebensstil. Sie bemühen ich, ihren Verbrauch an Energie und Rohstoffen, an Wasser und sauberer Luft niedrig zu halten, damit auch künftige Generationen und die Natur nicht unter dem derzeitigen verschwenderischen Lebensstil zu leiden haben. Sie achten jedes Lebewesen als Individuum und setzen sich für eine Gesellschaft ein, die sich an dauerhaften Werten orientiert.
Wir wollen mehr als bisher die Menschen an Entscheidungen beteiligen, denn wir vertrauen auf deren Verantwortungsbewußtsein. So hat die ödp 1997 in Bayern mit dem erfolgreichen Volksbegehren zur Abschaffung des bayerischen Senats bundesweit Beachtung erlangt. Unsere Demokratie wird immer mehr durch die Interessen von Unternehmen und Verbänden gelenkt; ein Blick in die Rechenschaftsberichte der großen Parteien offenbart sechsstellige Spendenbeträge. Die ödp hat für sich schon lange die Konsequenz gezogen und nimmt ihrerseits nur Privatspenden an. Ein Verbot von Geldspenden durch Firmen fordern wir auch für andere Parteien, denn Unabhängigkeit ist die Voraussetzung für ein gerechtes Funktionieren von Demokratie. Entsprechendes gilt auch für die Bundestagsabgeordneten: für sie fordern wir ein Verbot entgeltlicher Nebentätigkeiten (z.B. Aufsichtsratsmandate), damit sie unabhängig bleiben und ihre ganze Kraft zum Wohle des Volkes einsetzen können.
Fast 70 Prozent des gesamten Steuer- und Beitragsaufkommens werden als Aufschlag auf die menschliche Arbeit eingenommen. Dagegen trägt die Besteuerung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen nur mit einem Anteil von acht Prozent zum Steueraufkommen bei. Dadurch triumphiert beispielsweise die umweltschädigende Getränkedose über das arbeitsintensive und energiesparende Pfandflaschensystem. Die ödp will deshalb mit einer Steuerreform für Arbeit und Umwelt die Lohnnebenkosten und die Mehrwertsteuer, die beide keinen ökologischen Lenkungseffekt haben, Schritt für Schritt deutlich senken. Nur so können Arbeitgeber und Verbraucher entlastet werden. Die menschliche Arbeitskraft wird dann wieder bezahlbar, Schwarzarbeit dagegen unrentabel. Davon profitieren besonders Mittelstand, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe. Die gesenkten Steuern und Beiträge sollen im Gegenzug durch eine höhere Besteuerung von Energie ausgeglichen werden. Energieverschwendung und Umweltbelastung werden dadurch abnehmen. In der Summe steigt die Sonderbelastung nicht. Und wer Kilowattstunden einspart, anstatt Arbeitsplätze "wegzurationalisieren", gehört zu den Gewinnern und spart bares Geld.
Die Steuerreform für Arbeit und Umwelt schafft Arbeitsplätze, sichert den Wirtschaftsstandort Deutschland und stellt die Weichen für eine ökologische Weiterentwicklung der Marktwirtschaft. Sie fördert die Solarwirtschaft, ermöglicht den Ausstieg aus der risikoreichen und kostspieligen Atomenergie und ist Voraussetzung für einen wirksamen Arten- und Naturschutz.
Wer sich heute für Kinder entscheidet, riskiert große Nachteile. Müttern und Vätern, die ihre Kinder selbst betreuen und erziehen, wird bisher ein erheblicher Verlust an Einkommen und eine drastische Minderung in ihrer Altersversorgung zugemutet. Ihre Leistung wird von der Gesellschaft nicht angemessen anerkannt. Zudem entrichten Familien allein schon durch die in den Ausgaben für die Kinder enthaltenen Steuern dem Staat derzeit höhere Beträge, als sie an Kindergeld zurückerhalten. Die ödp setzt sich deshalb dafür ein, dass das Kindergeld auf die Hälfte der tatsächlich für die Versorgung der Kinder anfallenden Kosten angehoben wird, z.Zt. also auf ca. 220 Euro pro Monat. Sie fordert außerdem ein steuer- und sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt, das die Erziehungs- und Betreuungsarbeit angemessen honoriert. Dieses Konzept ist finanzierbar, gerecht und schafft Arbeitsplätze. Ausreichende und qualifizierte Betreuung unserer Jugend ist sinnvolle Prävention und weitaus kostengünstiger als die Nachsorge, z.B. bei Drogenkonsum und Gewaltbereitschaft.