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Geist stört. Geist bewegt.

Umgangssprachlich hört man oft von der „Trägheit der Masse“. Damit ist eigentlich ein physikalisches Problem gemeint: Man braucht eine gewisse Kraft, um Materie in Bewegung zu setzen. Im übertragenen Sinne kann man aber auch das Beharrungsvermögen menschlicher Großgruppen mit diesem Begriff bezeichnen. Wir alle sind gerne träge und verharren am Platz, so lange dieser Platz einigermaßen angenehm oder doch erträglich ist.

Es braucht viel Kraft, Neuerungen in Gang zu bringen. Das Pfingstfest feiert so eine Kraft. In der Frühphase des Christentums ging nichts ohne den Heiligen Geist: Er brachte die Sache in Bewegung und ermutigte eine verunsicherte und deprimierte Jüngerschar.

Im allgemeinen Verlust religiöser Traditionen und religiöser Kenntnisse in unserem Kulturraum leidet der „Heilige Geist“ in besonderer Weise. Im positivsten Fall wird seine symbolische Taubengestalt auf alten Bildern mit der modernen Friedenstaube in Verbindung gebracht. Meistens aber kann der Zeitgenosse gar nichts mit „diesem Vogel“ anfangen.

Ich meine, dass jede positive Bewegung angesichts der manchmal wirklich deprimierenden „Trägheit der Masse“ und der Größe der anstehenden Probleme dringend so etwas wie Heiligen Geist braucht. Auch nicht-religiöse Menschen dürfen sich darauf verlassen, dass manchmal ein positiver, geistiger Funke die große Trägheit und die kalte Erstarrung gefährlicher Gewohnheiten auflösen kann. Aber man muss den Geist zulassen! Auch wenn er in der Regel erst einmal ein Störfaktor ist. Sich stören lassen – das ist die Pfingstbotschaft!

Bernhard Suttner


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