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Grund zur Freude?

Über die diplomatische Zusammenarbeit von USA, Russland und einer Reihe von anderen Staaten, über die Entschärfung einer lange andauernden Krise, über das Ende von Sanktionen gegen ein Land freut man sich normalerweise. Mir fällt es schwer, über das Abkommen mit dem Iran zu jubeln: Nicht weil ich den Iranern misstraue, wenn sie behaupten, niemals Atomwaffen angestrebt zu haben. Ob das der Wahrheit entspricht, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist das Hauptergebnis der Einigung bedrohlich: Es werden also in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Erde Atomkraftwerke gebaut werden! Es wird unsichere Lager für hochriskantes radioaktives Material in einer unsicheren politisch-gesellschaftlichen Umgebung geben. Das alles geschieht mit dem Segen der vertragschließenden Parteien, einschließlich Deutschlands. Dass die Menschheit am Anfang des 21. Jahrhunderts dieses enorme Risiko akzeptiert, ist fürchterlich. Dass die Alternativen zu einer hochriskanten Energietechnik nach wie vor als „unmodern“ gelten, dass aufstrebende Staaten die Atomkraft als „Potenzmittel“ brauchen, wirft einen furchbaren Schatten auf die intellektuelle Entwicklung von homo sapiens.

Übrigens: Der Anteil der Atomenergie am gesamten globalen Energiemix beträgt kaum mehr als 3 %. Es ist unbestritten, dass es in allen Einsatzbereichen leicht zu hebende Effizienzpotentiale von 10 bis 70% gibt. Die Atomkraft wird den Iran nicht entwickeln. Sie wird ihn behindern. 


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